home biography discography concert dates what they say...
contact photos & sounds

 

"Mirthful Myths" Leo Records 2017

 

 

Jazz Weekly May 2017

Frank Gratkowski brings alto sax, clarinet and bass clarinet to team up with Simon Nabatov’s  piano on six pieces of intimate improvisation. On bass clarinet, there are dreamy and noir moments on “At The Beginning” while he huffs and puffs to piano keys and strings being popped on ”Three Tamed Furies.” Nabatov uses his string again, this time like a banjo while Gratkowski whirls around like bees on “Eirene All Around” while the pianist pounds on a stark and aggressive “Cloud Gatherer Awakes.” Lots of intuition, sometimes swirling in your head and other times reaching your viscera.

George Harris

 

The New York City Jazz Record May 2017

...Gratkowski and Nabatov play even more atonally on Mirthful Myths, the latter using inner piano string plucks and vibrations as often as sweeping Cecil Taylor-like keyboard dynamics while the former spills unexpected sharp timbres onto the narrative as frequently as he blends with the accompaniment. The introductory “Three Tamed Furies” is the only misstep. Moving from somber to spirited, both devote too much time to brazen extended techniques only reaching a satisfying pas de deux of jittery pianism and sighing trills at the finale. More notable are the five subsequent tunes, where one overriding motif is tried out for size, examined every which way like a stone under a jeweler’s loupe and leads to the next sequence. “Progress of Notus” is a lesson in keyboard control, as Nabatov rolls textures from inner strings at a crawling tempo, eventually blending with Gratkowski’s measured note cascades. “Eirene All Around” turns string scrubbing and reed splutters into vibrant storytelling while “Cloud Gatherer Awakes” reflects how intense piano multiphonics and sharp reed bites can be inveigled into a squiggly tune that swings enough to make one yearn for its extension....

Ken Waxman

 

Jazz Podium May 2017

Es schmettert und kracht, wuselt und grummelt, ächzt und stöhnt: Geräusche sind Grundlage und Ausgangspunkt für thematische Motive wie beredte Soli, die zu schlüssigen Stücken gebündelt werden. Sechs davon versammelt die CD, die das Duo Frank Gratkowski und Simon Nabatov vorlegt. Der Saxophonist und der Pianist, deren künstlerische Karriere sich seit drei Jahrzehnten in verschiedenen Konstellationen immer wieder kreuzte, traten jetzt erstmals in der kleinsten, intimsten Formation, dem Duo, an. Aus dem Stand heraus entwickeln sich Improvisationen, frei und spontan. Für Gratkowski, der sich bereits mit Schönberg beschäftigt hat und immer wieder die Nähe zu Neuer Musik sucht, sind Dramaturgie und Form entscheidend. Geräusche, auch der leisen, zarten Art, werden nicht um ihrer selbst willen produziert, sondern sind vielmehr Triebfeder für das Ausloten instrumentaler Tugenden. In einem freien Feld verbinden sich schließlich Improvisation und Komposition unmerklich. Das Duo ist von zurückhaltender Brillanz und spielerischer Eleganz. Bei aller Klangwerkelei findet es immer zu intensivem, präzisem Zusammenspiel und leuchtet den Kosmos langer Erfahrung aus. Es ist, um auf den CD-Titel zurückzukommen, den eigenen Mythen auf der Spur, den fröhlichen freilich.

Reiner Kobe

 

Bad Alchemy February 2017

Als SIMON NABATOV 1986 nach Köln kam, brauchte es nicht lange, ihn mit den üblichen Verdächtigen bekannt zu machen. Im Grunde konnte man sich nicht aus dem Weg gehen. Mit FRANK GRATKOWSKI verband ihn bald die geteilte Verehrung für Steve Lacy und erste gemeinsame Spielpraxis, im Orchester von Klaus König (1988), im Simon Nabatov Ouartet ("Nature Morte", 1999) und immer so weiter, bei Leo Records' 25th Anniversary im Kölner Loft (2004) und weiteren "Celebrations" (w/ D. Manderscheid & H. Robertson, 2006), zu dritt mit Marcus Schmickler ("Deployment", 2009), bei Leo's 35th Anniversary in Moskau mit Kruglov & Yudanov (2014). Auf Mirthful Myths (LR 785) hört man sie, im Mai 2015 und wo sonst als im Loft, endlich auch mal zu zwei allein. Nabatov mit der ihm eigenen wuchtigen Entschlossenheit, den bocksbeinigen Pan mit der Friedengöttin Eirene zu verkuppeln und das unwahrscheinliche Paar zu nötigen, ihm zu Diensten zu sein. Wer könnte besser einen panischen Caliban mimen, der plörrend und kirrend hadert mit den Zaubersprüchen und Diktaten, die da auf ihn einhageln, als Gratkowski mit widerspenstigem Altosax? Ganz anders Eirene, die mit ihrem Palmenzweig im Innenklavier harft und krimskramst und mit dem kleinen Pluto schmust, der die Backen aufbläst, züllt und blubbert und dissonante Fürzchen absondert. 'Pan's Wanderlust' entspinnt sich aus der Aufbruchsstimmung des fliegenfängerischen, melancholischen Pianos und der sonst durchdrehenden Bassklarinette, die Luft durch die Zähne presst und fiepend und mit Trüllerü den Weg zum Ziel macht. Bei 'Progress of Notus" ist die Trübsal aber eher noch drückender geworden, Nabatov scharrt mit seinen Ketten, Gratkowski seufzt und fleht zum Südwind, dass er es donnern und aus allen Himmeln gießen lässt. Statt dessen kommt nur ein klappriges und blubbriges Getröpfel zustande. Gerade genug, um zuletzt elgisch alles wieder auf Anfang zu stellen ('At the Beginning') und 30 Jahre abzuschütteln wie Wassertropfen.

Rigobert Dittmann

 

MusicZoom February 2017

Nel lontano 1986 il pianista russo Simon Nabatov, allora residente a New York, si trovò in Germania per un tour e il caso lo portò a dormire, si fa per dire, in una stanza accanto alla quale si esercitava un gruppo di improvvisatori, fra cui c’era anche Frank Gratkowski (qui al sax alto, al clarinetto ed al clarinetto basso). da lè è poi nata una collaborazione che arriva fino ai giorni nostri, ma che solo ora viene documentata in quanto duo. Si tratta di un live al Loft di Colonia in Germania in cui viene fuori la dimensione del colloquio fra i due attraverso tutti gli usi possibili degli strumenti. La loro avanguardia è accessibile, scorre fluida, ricca di idee, di impulsi, di situazioni nuove che coinvolgono stati d’animo più che esperimenti sonori. Il lungo Three Tamed Furies, lungo ventidue minuti e mezzo è un emblema delle loro idee, dal pianoforte pensoso ai toni gravi e sognanti del clarinetto basso in mezzo a momenti più aggressivi, fino al tranquillo finale, in cui si addomesticano definitivamente le furie evocate fino allora. Gratkowski cambia strumento su Cloud Gatherer Awakes, è ad un sax alto che rievoca Dolphy e Braxton mentre Nabatov tira fuori insoliti clusters di suoni dal pianoforte. È un brano più adrenalico in cui però non c’é niente che avviene per caso, tutto è costruito con logica e idee chiare sullo sviluppo della musica. Eirene All Around comincia con Nabatov che dalle corde del pianoforte emette suoni che sembrano un sitar prima che il brano si orienti verso lidi più consoni all’avanguardia mentre Gratkowski tira suoni insoliti dal suo sax alto allontanandosi così da contaminazioni etno. Fra sbuffi e percussioni sulle chiavi dello strumento accompagnati da un pianoforte che genera con poche note una forte tensione i due proseguono per oltre dieci minuti creando lentamente un paesaggio sospeso. Si prosegue così negli altri due brani, Pan’s Wanderlust e Progress of Notus, con atmosfere che variano continuamente, fino al finale At the Beginning, che chiude l’album in modo rilassato, una ballad poetica e sognante in cui Gratkowski al clarinetto evoca il caldo suono di un Jimmy Giuffre.

Vittorio Lo Conte

 

Jazzenzo February 2017

Nabatov en rietblazer Frank Gratkowski kennen elkaar al dertig jaar lang. Samen met hem nam de pianist vorig jaar mei een eerste duo-cd op. Net zoals de vorige vier cd’s vonden de opnames plaats in de Keulse LOFT. De uitgave geeft volledig de ruimte aan het avontuurlijke karakter van beide musici. Gratkowski beschikt over een grillige fantasie vol humor en Nabatov is de representant van de Russische ziel, met een brute en een tedere kant.  Luisteren naar het duo Gratkowski en Nabatov is als een muzikale reis, die de luisteraar deelgenoot maakt van een fantastische ervaring. Gratkowski kleurt alle ervaringen in met altsaxofoon of (bas)klarinet en Nabatov volgt al zijn escapades nauwgezet. Een pad vol kronkels, dat soms meer op een doolhof lijkt. Maar telkens weer weten de musici elkaar te vinden: twee verhalen die elkaar afstoten, elkaar plagen en vervolgens muzikaal knuffelen. Improvisaties die altijd spannend blijven en vol onverwachte wendingen zitten. Het basklarinetspel van Gratkowski is grandioos, met een grote beheersing van alle registers. Zijn altsaxofoon doet denken aan de beste momenten van Eric Dolphy (1928-1964), met een spel vol onverwachte sprongen en intervallen. Ook het binnenwerk van de vleugel moet er soms aan geloven: Nabatov laat geen mogelijkheid van het instrument onbenut. 

Cyriel Pluimakers

 

NRWJAZZ.NET March 2017

Zauberei von zwei feinsinnigen Titanen der improvisierten Musik.

Wow, was für eine Musik! Pianist Simon Nabatov und Bläser Frank Gratkowski (Bassklarinette, Altsaxophon, Klarinette) präsentieren mit ihrer neuen CD mirthful myths – einem Live-Mitschnitt aus dem Kölner Loft vom Mai 2015 - einen unglaublich dichten und vielfältigen musikalischen Pas de deux, der einem stellenweise den Atem raubt. Die einzelnen Titel des Albums verweisen auf den Bereich der Mythologie, die Umsetzung hat in der Tat etwas von Titanischem, einem gemeinsamen kraftvoll-trotzigen Ringen um das musikalisch Mögliche, das bei ihnen zum Gegenteil einer Multioptionsblockade führt. Der über 22 Minuten lange Opener Three Tamed Furies führt uns in ein wahrhaft furioses Zwiegespräch zwischen Bassklarinette und parallelen Läufen und Akkordsprüngen des Pianos, das Spiel wird atemberaubend schnell, verbleibt jedoch dabei expressiv und federnd. Eine nächste Sequenz verharrt zunächst in einem geheimnisvollen Schwebezustand von geblasenen Dauertönen und Akkkord- und Cluster-Fetzen im Bass und Diskant des Klaviers. Dieser „gezähmte“ Status erfährt allmählich eine energetische Zunahme, beide Instrumente erreichen wieder eine stupende Virtuosität. Bei Simon Nabatov hat man den Eindruck, dass keine der 88 Tasten ausgelassen wird, die Bassklarinette von Frank Gratkowski scheint ebenso unendlich in ihren klanglichen Möglichkeiten des Überblasens, der Klappengeräusche, der eruptiven Läufe. Vor allem der sonore Ton bringt den virtuosen Ausbrüchen des Hexenmeisters am Klavier häufig eine gewisse Erdung. Gedämpfte Saiten, präpariertes Klavier, Klangtupfer, perkussive Klänge aus dem Resonanzboden des Flügels erzeugen einen rätselhaften Kosmos, eine akustische Entsprechung zu mythologischen Sphären. Die Klangwelt wird in der Tat dem Titel gerecht: Sie ist in gleicher Weise furios und gezähmt. Am Ende des mythologischen Zaubers finden die Musiker zur fast „traditionellen“ Spieltechnik zurück. In dem Track Cloud Gatherer Awakes bläst Gratkowski superschnelle Läufe auf dem Altsaxophon, umspielt von Hoch-Tief-Akkorden Nabatovs. Das enten- und gänsehafte Gegacker des Saxophons findet rhythmisch-klangliche Parallelen auf dem Klavier, es entspinnt sich ein rauschhaftes Rhapsodieren von Läufen und Gegenläufen, von parallelen Klangkaskaden. Häufig fragt man sich bei Simon Nabatov, ob er wirklich nur mit zwei Händen sein Instrument traktiert. Eirene All Around beginnt mit sitarähnlichen Saitenklängen, von klagenden und immer energischer werdenden Läufen des Altsaxophons begleitet. Die Huldigung an die Friedensgöttin verbleibt in einem akustischen Rahmen aus verschiedenen Sounds aus Klappengeräuschen, spitzen Tönen, Saitenzupfen, leicht modulierten Tönen des Saxophons. In eine schwingend-vibrierende Atmosphäre werden wir in Pan’s Wanderlust eingeführt, gefolgt von einem temporeichen Crescendo, bei dem Bassklarinette und Klavier einen rasanten Dialog entwickeln. Das Pan’sche Wandern entpuppt sich mehr als ein ausgesprochen vitaler Tanz, der abrupt endet und mit Blasgeräuschen und wenigen Akkordtupfern fortgesetzt wird, um von neuem seinen Schwung aufzunehmen und schließlich in wenigen Geräuschen zu enden. Auf den Südwind Notos aus der griechischen Mythologie spielt der Titel Progress of Notus an. Wieder erzeugt das Duo mit Altsaxophon und auch perkussiv eingesetztem Flügel zunächst ruhige stimmungsvolle Bilder. Dem Titel entsprechend entsteht daraus allmählich ein Schwelgen in immer schneller werdenden Läufen und Klangkaskaden, ein Crescendo in atemberaubendem Tempo mit „stürmischer* Energie und klanglichem Reichtum. Am Schluss lässt der Sturm in einem leiser werdenden Fading Out nach. Das Album endet mit dem 3-minütigen At The Beginning, einer sehr ruhig auf der Klarinette geblasenen und vom Klavier zurückhaltend begleitenden Weise. Die verschiedenen mäandernden Wege der mythologischen Assoziationen finden einen zurückgenommenen Ausklang. Wow, was für eine Musik! Mirthful myths führt uns ein umwerfend virtuoses und raffiniertes Interplay von zwei Musikern vor mit ihrem feinsinnigen Gespür für Dynamiken und atmosphärische Verdichtungen, mit einer unerschöpflichen Vielfalt an spielerischen und klanglichen Einfällen - eine Musik, die uns wahrhaft wie eine Circe bezaubert.

Heinrich Brinkmöller-Becker

 

Draai om je oren March 2017

'Mirthful Myths is alleen al bijzonder vanwege het feit dat het de eerste keer is dat Gratkowski en Nabatov samen een album volspelen, terwijl ze elkaar als sinds 1986 kennen en al vele malen het podium hebben gedeeld. Maar dus nog nooit als duo. Dat deze twee musici echter volkomen aan elkaar gewaagd zijn, wordt al snel duidelijk. Opener 'Three Tamed Furies' doet zijn naam alle eer aan. In dit stuk van ruim 22 minuten is onstuimigheid troef, al zijn er zeker ook ingetogen momenten, waarop met name Gratkowski excelleert in zijn pogingen om met zijn klarinet de nuance optimaal vorm te geven. Opvallend is hoe goed de twee musici elkaar aanvoelen en hoe nauwkeurig ze elkaars bewegingen volgen. 'Cloud Gatherer Awakes' levert een briljant voorbeeld van instrumentbeheersing. We horen hier Gratkowski alles uit zijn altsax halen wat erin zit. Rauw, ongepolijst en heftig geeft hij de driftig hamerende Nabatov weerwoord. De Griek Pan bespeelde een voorloper van de klarinet. Hij schijnt een meester geweest te zijn op het instrument. 'Pan’s Wanderlust' is goed te beschouwen als een hommage aan deze vroege klarinettist. Gratkowksi klinkt hier als een moderne Pan en weet ons eveneens met zijn kleurrijke klarinetspel te betoveren, zich bewegend tussen ingetogen en onstuimig en tussen hoog en laag.

Ben Taffijn